Die Doppelausgabe 314+315 erschien mit 52 Seiten zunächst online am 9.10.2026
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Editorial
Ohne „Wellbeing“ scheint es in Museen kaum noch auszuhalten zu sein; mag etwas übertrieben klingen, und dennoch sind Erwartungen an solide Museumsarbeit deswegen nicht vom Tisch. Immer wieder wird bislang unbekanntes, übersehenes oder vergessenes Kulturschaffen entdeckt, dafür einige Beispiele aktueller Ausstellungen auf den nächsten Seiten. Im Wissenschaftsbetrieb gehören neue Entdeckungen, Korrekturen früherer Auffassungen einfach dazu. Zur Museumsarbeit gehören noch viele andere Aufgaben: die Vermittlung, das Bewahren und die dahinter stehenden komplexen Bedingungen. Von einigen ist in den hier versammelten Beiträgen wieder zu erfahren. Unseren Autorinnen und Autoren dafür ein Dankeschön.
Adelheid Straten
Inhalt
4 Aus den Museen
8-9 Literatur | Namen
49 AutorInnen | Impressum
50-51 Wichtige Ausstellungen
Gelöste Rätsel
11-14 Sabine Beneke
Die Fugger-Saga: Eine neue Deutung der Augsburger Monatsbilder im Deutschen Historischen Museum
15-20 Hansjörg Schwarz
Wer war Felix Wiss aka Don Felix?
Besucherentwicklung
21-25 Silke Petzold
Gäste zurückgewinnen: Wie Museen auf sinkende Besucherzahlen reagieren können.
Besucherzahlensteigerung ist keine Hexerei
Museumstechnologien
26-29 Monika von Pechmann
Aufenthaltsqualität und Raumdesign. Das Beispiel Kunstmuseum Moritzburg, Halle (Saale)
30-35 Paul-Bernhard Eipper
Konfokalmikroskopische Überprüfung wäßrig gereinigter Acrylfarben-Oberflächen
36-40 Wolfgang Soller
Denkmal bewahren. Energiekosten halbieren. Warum eine neue Heizung das Energiekostenproblem nicht löst, aber ein abgestimmtes Energiesystem schon
Neu
41-45 Jochen Süss
Brehms Welt in Renthendorf: Thüringen hat ein neues modernes Museum
46-48 Boris Froberg
Die neue Dauerausstellung „Kunst – Menschen – Macht“ in Schloß Schönhausen
Zum Titelbild
Baroque Bubbles – Jiří Dokoupil
23.10.2026 – 28.02.2027
im Schaezlerpalais Augsburg
Für den Rokoko-Festsaal im Augsburger Schaezlerpalais hat Jiří Dokoupil eine eigene Installation geschaffen: Ein raumgreifendes Werk, bei dem Malerei und Plastik sich gegenseitig ergänzen und mit dem Raum in Interaktion treten. Eine Wechselwirkung, die vor allem über das Medium Licht erfolgt: Die auf metallenen Stellagen ruhenden, leuchtend bunten Glas-Bubbles nehmen das Tageslicht auf, konzentrieren, verändern es und geben es in den Raum zurück.
Dazwischen stehen „Paravents“, dreifach geknickte Wandschirme, versehen mit Dokoupils charakteristischen Bubble-Malereien mit großer räumlicher Tiefe. Ein leuchtender Mikrokosmos, der dem Festsaal zugrundliegenden kosmischen Gedankenkonzept des 18. Jh. adäquat gegenübertritt und für den Betrachtenden neue Perspektiven schafft.
Die Ausstellung im zweiten Stock des Schaezlerpalais, einem Haus der Kunstsammlungen & Museen Augsburg, präsentiert weitere „Bubbles“ von Dokoupil. Seit den 1970er Jahren hat der Künstler, der zu den „Neuen Wilden“ der 1980er Jahre gerechnet wird, eine Technik dafür entwickelt und perfektioniert: Er mischt Seife und Pigmente, um Seifenblasen auf eine bemalte Leinwand zu blasen. Ihre Explosion steuert er so, daß komplizierte organische Abdrücke entstehen. Anzeige
